Blauer Reformkiosk

Wie alles begann ...

Der Grundstein des Blauen Reformkiosks wurde wo gelegt? Ja, genau! In Paris. Boleks Kiosk inspirierte Petra Annemarie Schleifenheimer und Roland Glaser zum temporären Kunstprojekt Blauer Reformkiosk. Wie sein Vorbild wurde er zum Knotenpunkt der Kommunikation, zum Schmelztiegel von Ideen, zum Hotspot für Menschen aus allen Himmelsrichtungen. Lesen Sie hier, wie die Idee des Blauen Reformkiosks aufkam und entwickelt wurde:

Petra Annemarie Schleifenheimer: "Schon lange fasziniert mich diese Stelle im Empfangsgarten des Fürther Stadtparks. Bereits vor Jahren hielt ich den Platz in einem kleinen Aquarell fest, obwohl er zu diesem Zeitpunkt nichts vom Zauber des Sommers und der farbenfrohen Bepflanzung ahnen ließ. Es ist ein Platz, der Ruhe ausstrahlt und von dessen Bänken man einen guten Blick auf die Auferstehungskirche hat.

Bolek, sein Kiosk und die Idee

Und zu dieser Idee eines Platzes kam dann die eines Kiosks. Auf alten Postkarten fanden sich in der Nähe schon mehrere Kioske im Stadtpark, die leider alle wieder verschwunden sind.
Aber in meinem Ideenfundus befand sich noch ein Kiosk, nämlich der des Künstlers Bolek in Paris.
Irgendwann begann Bolek, hier Zeitungen und Zeitschriften zu verkaufen. Das tat er, bis ihn niemand mehr beliefern wollte. Es lohnte nicht. Bolek konzentrierte sich auf Bücher. Gebrauchte natürlich, mit Lesespuren oder wie neu. Und dann gab es noch den Verkauf seiner Malereien. Ein Kiosk wurde nicht nur zur Zentrale seines Lebens, sondern auch zu einer Anlaufstelle für die Menschen, die hier leben, liebten, lasen – und flanierten.

Schon bald offenbarte das Abbild von Boleks Kiosk, das ich in einem Magazin fand, sein Eigenleben und entfachte eine inspirierende Sogwirkung, die zunächst zu einer Zeichnung führte.

Diese Verknüpfung –Platz und Kiosk– mündete schließlich in die Idee des Blauen Reformkiosks und sollte die Kunstaktionen rund um die Auferstehungskirche in vieler Hinsicht beflügeln."

Projekt in Blau

Der Blaue Reformkiosk im Fürther Stadtpark wurde inzwischen wieder abgebaut. Er war ein temporäres Kunstobjekt, dessen Ende Bestandteil seines Konzepts war. Doch es ist vieles geblieben, über das auf dieser Website berichtet wird. All die Denkanstöße, Begegnungen, Gespräche haben nicht nur zu frischen Gedanken rund ums Lutherjahr angeregt, sondern gaben oft einen Anstoß zu Entwicklungen, deren Ende heute noch lange nicht abzusehen ist.

Wie es weitergehen könnte ...

Und wer weiß, was daraus entsteht. Schon bevor der blaue Quader im Fürther Stadtpark aufgestellt wurde, gab es verschiedene Ideen für interessante Standorte. Mit ein wenig Glück wird es an einem anderen Ort eine Fortsetzung dieses einzigartigen Kunstprojekts geben, das wie Boleks Kiosk die Menschen zueinander führte.

Petra Annemarie Schleifenheimer

Der moderne Mensch will sich nicht positionieren. Er will gefallen. Einen Standpunkt einzunehmen, das fällt vielen schwer. Als Künstlerin will ich – wie Luther es vor 500 Jahren tat – zum Selbst-Denken und zum Hinterfragen anregen. Und so nehme ich mir Freiräume, genau wie er. Ich gehe mit meinen Projekten vor die Tür der Auferstehungskirche, um Menschen zu begegnen und um das Thema ‚Reformation‘ im Wandel der Zeit und in unserer Gesellschaft zu hinterfragen.

Vita   

Roland Glaser

Mich interessierte damals, als der Arbeitskreis Kunst und Kirche um Projektvorschläge bat, ausschließlich die Frage: „Möchten Sie die Reformation vor 500 Jahren oder die Reformation seit 500 Jahren feiern?“